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Man sieht nur, was man weiß

Frauen, die durch Gewalt traumatisiert sind, leiden an vielfältigen Symptomen. Meist sind es eben diese Symptome, wegen derer sie sich früher, in der Regel aber eher später Hilfe suchen. Sie gehen etwa in eine ärztliche Praxis, weil sie Linderung für die körperlichen Beschwerden erhoffen, oder in eine psychosoziale Beratungsstelle, weil sie z.B. im Alltag nicht mehr zurechtkommen oder mit der Erziehung ihrer Kinder überfordert sind. In den meisten Fällen werden sie dort eine gute Behandlung und Beratung für ihr konkretes Problem erhalten. Manchmal jedoch verhalten sich traumatisierte Menschen auch so unnachvollziehbar verstörend, dass sich selbst wohlmeinende Helfer resigniert zurückziehen. Üblicherweise jedoch wird die Ursache nicht hinterfragt und bleibt somit unentdeckt. Die Helfenden wissen zu wenig zu wenig über geschlechtsspezifische Gewalt und zu wenig über die Folgen dieser Gewalt. Sie wissen zu wenig über die Posttraumatische Belastungsstörung als Folge von Gewalterleben bei Frauen.

Das European Trauma Network will dieses Wissen verbreiten. Sein Ziel ist es, dass alle Berufsgruppen, die mit der gesundheitlichen und sozialen Versorgung von Frauen befasst sind, bei bestimmten Signalen alarmiert sind. Denn: Gewaltbetroffenen und traumatisierten Frauen fällt es oft sehr schwer, von sich aus Gewalterfahrungen anzusprechen. Sie sind aber bereit, sich zu öffnen, wenn ein Arzt oder ein Sozialarbeiter den ersten Schritt tut. Dazu müssen diese Berufsgruppen aber die Hinweise erkennen und wissen, wie sie intervenieren können.

Die Fortbildungen, die die Netzwerk-Initiatorinnen konzipiert haben, sind kurz und vermitteln handlungsbezogenes Wissen über die PTSD als Folge von Gewalterleben bei Frauen. Man muss nicht zum PTSD-Experten werden, um hilfreich im Sinne der betroffenen Frauen handeln zu können. Doch nur einem geschulten Blick können sich die Hintergründe offenbaren, die die Beschwerden verursachen.

 

Das Fortbildungsmaterial liegt in allen Sprachen der EU vor. Es wurde von den Netzwerk-Initiatorinnen in insgesamt 26 EU-Mitgliedstaaten erfolgreich erprobt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Nachhaltigkeit evaluiert.